Abenteuer, Expeditionen und viele Ziele: Laura Bingham im Gespräch

Mrz 28, von Clara in Interviews

Laura Bingham ist Abenteurerin und hat mit 18 Jahren ihre Heimat verlassen, um die Welt zu entdecken. Laura ist durch Griechenland, Europa, Afrika, Asien und Nord- bzw. Zentralamerika gereist, bis sie schließlich in Mexiko gelandet ist, um Englisch zu unterrichten. Eine weitere Herausforderung, der sie sich gestellt hat, war es über den Atlantik nach England zu segeln. Wir konnten der mutigen Abenteurerin Fragen zu ihrem Hintergrund, ihrer Motivation und zu ihren Zielen stellen.

Was hat dich dazu motiviert, so jung die Welt zu entdecken?

Kurz gesagt: familiäre Schwierigkeiten. Ich bin durch eine schwierige Zeit gegangen, und wenn ich in England geblieben wäre, hätte ich nicht den richtigen Weg gefunden. Die einzige Möglichkeit war, meine Heimat zu verlassen und mein Glück woanders zu suchen. Nachdem ich vier Jahre lang durchgehend gereist bin, habe ich herausgefunden, was mich wirklich glücklich macht: Reisen. Es hat nur acht verschiedene Länder, eine Atlantiküberquerung mit dem Segelboot und fünf Jobwechsel gebraucht, um das herauszufinden.
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Sich selbst Ziele zu setzen, ist für mich die stärkste Zugkraft überhaupt.

Was war die wichtigste Lektion, die du auf deinen Abenteuern gelernt hast?

Auf mein Bauchgefühl zu hören. Um zu reisen und ein Land richtig kennenzulernen, musst du dich auf Dinge einlassen können. Sprich mit den Einwohnern und habe keine Angst deine Pläne zu ändern! Am wichtigsten bleibt dennoch, dass du auf dein Bauchgefühl hörst. Wenn sich irgendetwas oder irgendjemand nicht richtig anfühlt, dann reise ab.
Im Zweifelsfall lieber gehen!

Was ist die größte Herausforderung, wenn du neue Abenteuer annimmst?

Jeden davon zu überzeugen, dass man nicht unvernünftig ist. Dass man es sich durchgedacht hat und man das Ganze überleben wird. Es funktioniert aber trotzdem selten, dass man sein Umfeld davon überzeugen kann, daher habe ich es aufgegeben. Die nächste Herausforderung ist Sponsoring und herauszufinden, wie viel Geld man für sein neues Abenteuer braucht. Das kann sehr schnell mühsam werden.

Wie wichtig sind Ziele für dich?

Sich selbst Ziele zu setzen, ist für mich die stärkste Zugkraft überhaupt. Ich habe eine Pinnwand zuhause mit meinem Namen in der Mitte und rundherum stehen Dinge, die ich alle noch erreichen möchte. Außerdem habe ich eine Liste von 87 Dingen, die ich erreichen möchte. Diese Liste reicht von „Alle 7 Kontinente bereisen“, über „Eine ehrliche und faire Person sein“ bis zu „Erfülle den Traum von jemand anderen“.

Es gibt immer einen Weg, du musst nur konsequent genug sein, ihn zu finden

Hast du Momente der Entmutigung erlebt? Warum bist du drangeblieben?

Viel zu oft habe ich solche Momente erlebt. Von dem Moment an, an dem du die Idee hast, und du sie jemanden erzählst, beginnt die Achterbahn. Die Achterbahn von Selbstzweifel, Zweifel und Sorge, von logistischen und finanziellen Problemen und häufigen Absagen von Sponsoren. Und dann geht’s los mit dem Abenteuer. Die Achterbahn der Selbstzweifel beginnt wieder und auch der körperliche Stress. Das geht so lange, bis das Abenteuer oder die Expedition vorbei ist. Bis zu dem Tag, an dem dich jemand fragt „Und was kommt jetzt?“ und ich mir denke „Wie? Reicht das denn nicht?“
Warum ich dennoch weitermache? Weil irgendetwas in mir nicht aufhören mag. Ich bin sehr stur, und wenn ich eine Idee habe und gesagt habe, ich mache es, mache ich es auch. Und es gibt immer einen Weg, immer, du musst nur konsequent genug sein, ihn zu finden.

Was sind deine nächsten Projekte?

Mein nächstes Projekt ist mein Sohn, der seinen errechneten Geburtstermin am 10.09.2017 hat. Ich habe viele weitere Ideen für danach – zuerst muss ich aber schauen, welche Möglichkeiten ich haben werde.

Website von Laura Bingham

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