Mountainbiken, Enduro Rennen und viel Adrenalin: Greg Callaghan im Gespräch

Sep 13, von Clara in Interviews

Greg Callaghan ist ein junger professioneller Mountainbiker aus Irland, der regelmäßig an den Enduro World Series teilnimmt - vielleicht die härteste Mountain-Bike-Disziplin. Wir konnten mit dem außergewöhnlichem Sportler über seine Ziele, seine unzähligen Rennen und seine Motivation sprechen.

Wie hast du mit dem professionellen Mountainbiken begonnen – war das immer dein Traum?

Ich habe einfach die richtigen Leute getroffen und bin die ersten Rennen gefahren. Dann hat eines das andere ergeben. Zuerst bin ich Downhill-Rennen gefahren und dann Enduro (Ausdauer)-Rennen. Als ich gewechselt habe, wusste ich sofort, dass das eine Zukunft für mich hat. Also habe ich mich wirklich darauf fokussiert, Rennen zu fahren und mehr Risiken einzugehen. Ich habe einfach alles darauf gesetzt. Und seitdem läuft es sehr gut!

Es geht mehr um den Weg und den Prozess als um das Endergebnis – daran glaube ich fest.

 Du hast sehr viele Rennen gewonnen – wie gehst du mit Erfolg um?

Ich werde nicht durch Medaillen, gute Ergebnisse oder Siege motiviert. Ich motiviere mich selbst. Wenn ich ein Rennen gewinne, aber meine Leistung dennoch nicht so gut war, wie sie sein könnte, bin ich nicht ganz zufrieden. Wenn ich den dritten Platz mache und weiß, es ist die beste Leistung, die ich in diesem Moment erbringen konnte, bin ich sehr zufrieden. Es geht mehr um den Weg und den Prozess als um das Endergebnis – daran glaube ich fest.

Wie gehst du mit Rückschlägen um?

Rückschläge sind wichtig und helfen dir daraus zu lernen. Es gibt immer Auf und Abs. Das Leben ist wie eine Welle – besonders das Leben als SportlerIn. Schwierige Momente helfen dabei, dranzubleiben und sich durchzukämpfen. Wenn man einmal durch solche Momente durch ist, helfen diese Erfahrungen bei den nächsten Schwierigkeiten weiter – man wird gestärkt. Ich hatte einige Verletzungen und musste da durch. Außerdem gab es eine Phase, da fuhr ich privat und ohne Sponsoren zu Rennen: Nur ich, meine Freundin und ein Van. Ich hatte kein Geld und musste Rennen gewinnen, um wieder etwas Geld zu bekommen. Aber auch das habe ich geschafft, selbst wenn es schwierig war. In besonders schwierigen Zeiten erinnere ich mich daran und kann auf diese wertvolle Erfahrung zurückgreifen.

Wie wichtig sind Ziele für dich?

Ich habe viele Ziele. Ich schreibe mir die großen Ziele nicht auf, wie zum Beispiel ich möchte dieses oder jenes Rennen gewinnen. Ich habe im Kopf, was ich generell erreichen möchte und wohin ich gehen möchte. Mir geht es um die kleinen Ziele und Gewohnheiten im Alltag, auf die ich mich konzentriere.

Wie bleibst du motiviert und am Training dran?

Ich bleibe einfach dran: Es ist für alle das gleiche. Manchmal gibt es einfach schwierige Bedingungen – da muss man durch. Wenn ich mich zum Beispiel während eines Rennens zu langsam fühle, erinnere ich mich daran, was ich schon alles geschafft habe. Ich bleibe einfach dran und gehe an meine Grenzen – komme, was wolle.

 Was wünschst du dir, sollen die Leute mehr über Mountainbiken wissen?

Ich wünschte mehr Leute würden wissen, wie lustig Mountainbiken ist. Es macht einfach unglaublichen Spaß – es wäre toll, wenn sich noch mehr Leute für diesen Sport begeistern. Es ist wirklich einzigartig.

 

Ich bleibe einfach dran und gehe an meine Grenzen – komme, was wolle.

Was magst du am meisten an deinem Beruf?

Am meisten mag ich das Gefühl, das sich einstellt, wenn man in diesen Flow kommt, wenn man einfach fährt und fährt. Das ist ein großartiges Gefühl und ist für mich Motivation genug, um dranzubleiben.

Was sind deine nächsten Projekte?

Ich fliege jetzt für ein Rennen nach Madeira und dann zum Irish Cup. Mein Hauptfokus liegt aber auf der Enduro World Series.

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